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Camouflage. Zur Kunst- und Kulturgeschichte des Tarnens

Dieses Buch nimmt die spezifische Oberfläche der Camouflage im Sinn einer symbolischen Ordnung des ästhetischen und gesellschaftlichen Visuellen in den Blick. Camouflage als Design wie als Aktivität oder Verhaltensmuster berichtet von der Kodierung von Räumen und Subjektivitäten. Die knapp hundertfünfzigjährige Geschichte der Camouflage zeigt sich zunächst als eine opto-ästhetische. Militärhistorisch, wahrnehmungs- und gestalttheoretisch sowie in der Kunsthistorie wurde Tarnung erst später ein prominentes Thema. Mit dem Ziel, Sichtbarkeit zu reduzieren oder temporär gar Unsichtbarkeit herzustellen, wirken in der Camouflage geografisch begriffener Raum, Gestaltung und optische Medien zusammen. Heute und auf den zivilen Bereich übertragen operiert soziopolitische Tarnung mit spezifischer Sichtbarkeit; dieselbe Strategie, dieselben Muster, die einst Deckung versprachen und kontextabhängig noch immer versprechen, werden nun eingesetzt, um Repräsentation zu reklamieren wie sich ihr zu verweigern.


Hanne Loreck
Camouflage. Zur Kunst- und Kulturgeschichte des Tarnens
Textem, 2026, 978-3-86485-358-6
18,00 €