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Einige Überlegungen zum Ich. Some Reflections on the Ego

Im Zentrum dieses frühen, in englischer Sprache gehaltenen Vortrags von Jacques Lacan steht die Bildung des Ichs. Dieses ist keine gegebene psychische Einheit, sondern Effekt imaginärer Identifizierungen, die ihm selbst verborgen bleiben. Damit führt Lacan Fäden zusammen, die bei Freud bisweilen unverbunden bleiben: Das Ich steht dem Objekt – oder dem anderen – gerade in dem Maße gegenüber, in dem es verkennt, dass es in dieser imaginären Andersheit ist.

Der Vortrag stellt eine Zusammenfassung und Zuspitzung von Lacans frühen Arbeiten zum Spiegelstadium dar, darf jedoch keineswegs als Ausdruck einer bloß vorläufigen oder gar überholten Phase seines Denkens missverstanden werden. Entgegen einer verbreiteten Annahme ist das Imaginäre, das nicht einfach mit dem Illusionären gleichgesetzt werden darf, eine der zentralen Konstanten von Lacans Werk – ein Bezugspunkt, an dem er bis zum Schluss festhalten soll. Dass diese Theorie vor allem auch auf ethologische und entwicklungspsychologische Befunde zurückgreift, zeigt sich hier in aller Deutlichkeit.

Die vorliegende zweisprachige Ausgabe liefert so nicht nur eine äußerst zugängliche Darstellung von Lacans Denken, sondern auch den Zugang zu einem prägnanten Moment in seinem Werk, der kurz darauf in das eingeht, was zum Auftakt seines Immerwährenden Seminars werden sollte.


Jacques Lacan
Einige Überlegungen zum Ich. Some Reflections on the Ego
Neue Deutsch-Französische Jahrbücher, 2025, 978-3-949153-18-1
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